Thursday, August 31, 2006

Über die gewaltsame Herstellung der Zweigeschlechtlichkeit

Antke Engel

Aus Hamburger Frauen Zeitung, No. 53, Herbst 1997: 26-28
Originaltitel: ene mene meck und du bist weg. über die gewaltsame herstellung
der zweigeschlchtlichkeit


Seit geraumer Zeit bemühen sich Intersexuelle, als Menschen, deren Geschlecht nicht in einer Eindeutigkeit von entweder "männlich" oder "weiblich" aufgeht, Öffentlichkeit für ihre Erfahrungen mit familiären und gesellschaftlichen Tabus, Normalisierungszwängen und gewaltsamen medizinischen Praktiken herzustellen. Die bis ins 20. Jahrhundert hinein als Hermaphroditen oder entwertend als Zwitter kategorisierten, werden infolge des sogenannten medizinischen Fortschritts nicht nur pathologisiert, sondern zunehmend "wegtherapiert"(1). Heute eignen sie sich den Namen "Intersexuelle" als politische Kategorie an, nachdem sie oft lange Jahre unter einer erzwungenen Geschlechtszuweisung gelebt haben.

Die Infragestellung der rigiden binären und zwangsheterosexuellen Geschlechterordnung durch lesbischwule und feministische Theorie und Praxis hat zumindest einen begrenzten Rahmen für Sicht- und Existenzweisen geschaffen, die den ge-schlechtlichen und sexu-ellen Normen nicht gerecht werden wollen. Trotzdem existiert bislang so gut wie keinerlei Wahrnehmung, Wissen oder gar bestätigende Aufmerksamkeit für diejenigen, die eingespielte, dominante "Wirklichkeiten" und Wahrnehmungsraster verwirren.

Vollständiger Text
http://www.intersexualite.org/Deutsch-Index.html#anchor_481

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